7. August 2026 12 Min. Lesezeit

Typische Ursachen für Mail-Loops und deren Behebung

Wie sich SMTP-Mail-Loops in Exchange Online, Hybrid-Umgebungen und vorgeschalteten Mailgateways anhand von NDR, Headern, Message Trace, Empfängerobjekten und Connectors systematisch finden und beheben lassen.

Ein Mail-Loop entsteht, wenn mindestens zwei Transportsysteme dieselbe Nachricht immer wieder aneinander übergeben. Keines der Systeme erkennt sich als endgültiges Ziel, beide kennen aber einen vermeintlich passenden nächsten Hop. Die Schleife endet erst, wenn ein Server die zulässige Anzahl Transportstationen überschritten sieht und einen NDR erzeugt.

Bei Exchange sind zwei Meldungen besonders aussagekräftig:

  • 554 5.4.6 Hop count exceeded - possible mail loop wird typischerweise vom lokalen Exchange erzeugt.
  • 554 5.4.14 Hop count exceeded - possible mail loop ATTR34 wird von Exchange Online erzeugt.

Die Hop-Grenze ist nicht die Ursache, sondern die Sicherung gegen eine endlose Wiederholung. Sie zu erhöhen, behebt deshalb nichts. Gesucht wird der Punkt, an dem die Nachricht entgegen der Zielarchitektur an ein bereits durchlaufenes System zurückgegeben wird.

Das Schleifenmuster im Header erkennen

Der NDR und die vollständigen ursprünglichen Nachrichtenköpfe sollten vor jeder Änderung gesichert werden. Received-Zeilen werden von unten nach oben gelesen: Die unterste Zeile ist der früheste dokumentierte Hop, die oberste der jüngste.

Eine Schleife zeigt sich meist als wiederkehrende Sequenz:

Internet
  → Exchange Online Protection
  → Mailgateway
  → Exchange Online Protection
  → Mailgateway
  → Exchange Online Protection
  → ...

Nicht jeder mehrfach auftauchende Microsoft-Hostname ist bereits eine Schleife. Exchange Online verarbeitet Nachrichten intern über mehrere Transportrollen. Auffällig ist die wiederholte Rückkehr zwischen denselben administrativen Grenzen, beispielsweise zwischen Exchange Online und einem lokalen Gateway. Zeitstempel, sendende IP, empfangender Host und Message-ID helfen, die Runde eindeutig zu erkennen.

Für die erste Analyse werden diese Fragen beantwortet:

  1. Welches System hat den NDR erzeugt?
  2. Welche zwei oder drei Hops wiederholen sich?
  3. Welches System hätte die Nachricht endgültig zustellen sollen?
  4. Aufgrund welcher Domain-, Empfänger-, Connector- oder Regelentscheidung wurde sie weitergeleitet?
  5. Welche Änderung hat den Mailflow zuletzt beeinflusst?

Diagnose in Exchange Online

Mit Get-MessageTraceV2 lässt sich die Verarbeitung der letzten 90 Tage untersuchen; pro Abfrage sind höchstens zehn Tage zulässig. Ein enges Zeitfenster und die konkrete Empfängeradresse liefern die brauchbarsten Ergebnisse:

$start = (Get-Date).AddHours(-2)
$end = Get-Date
$recipient = "user01@contoso.com"

$trace = Get-MessageTraceV2 `
    -RecipientAddress $recipient `
    -StartDate $start `
    -EndDate $end `
    -ResultSize 5000

$trace |
    Select-Object Received,SenderAddress,RecipientAddress,Subject,
        Status,FromIP,ToIP,MessageTraceId,MessageId |
    Sort-Object Received
Optionen erklärt
OptionWirkung
-RecipientAddressFiltert den Trace auf die angegebene Empfängeradresse
-StartDate / -EndDateZeitfenster der Abfrage; pro Abfrage sind höchstens zehn Tage zulässig
-ResultSize 5000Maximale Anzahl zurückgegebener Einträge
Select-Object …Reduziert die Ausgabe auf die für die Loop-Analyse relevanten Felder
Sort-Object ReceivedSortiert die Treffer chronologisch nach Annahmezeitpunkt

Die Details eines Treffers zeigen einzelne Transportereignisse:

$trace | ForEach-Object {
    Get-MessageTraceDetailV2 `
        -MessageTraceId $_.MessageTraceId `
        -RecipientAddress $_.RecipientAddress
} | Format-Table Date,Event,Action,Detail -AutoSize
Optionen erklärt
OptionWirkung
-MessageTraceIdEindeutige Trace-ID aus dem Ergebnis von Get-MessageTraceV2
-RecipientAddressEmpfängeradresse des Treffers; zusammen mit der Trace-ID für die Detailabfrage erforderlich
Format-Table … -AutoSizePasst die Spaltenbreiten an den Inhalt an, damit die Ereignisdetails lesbar bleiben

Danach werden Domain, Empfänger und Connectoren gemeinsam aufgenommen:

Get-AcceptedDomain |
    Format-Table Name,DomainName,DomainType,MatchSubDomains -AutoSize

Get-EXORecipient -Identity $recipient |
    Format-List DisplayName,RecipientTypeDetails,PrimarySmtpAddress,
        ExternalEmailAddress,EmailAddresses

Get-OutboundConnector -IncludeTestModeConnectors |
    Format-List Name,Enabled,ConnectorType,RecipientDomains,SmartHosts,
        UseMXRecord,RouteAllMessagesViaOnPremises,TlsSettings

Get-InboundConnector |
    Format-List Name,Enabled,ConnectorType,SenderDomains,SenderIPAddresses,
        TlsSenderCertificateName,RequireTls,RestrictDomainsToIPAddresses,
        RestrictDomainsToCertificate
Optionen erklärt
OptionWirkung
-Identity $recipientWählt das Empfängerobjekt über Adresse, Alias oder Namen aus
-IncludeTestModeConnectorsNimmt auch Connectoren im Testmodus in die Ausgabe auf
Format-Table … -AutoSizeTabellenansicht mit Spaltenbreiten nach Inhalt
Format-List …Listenansicht der genannten Eigenschaften, geeignet für lange Werte wie Adresslisten

Entscheidend ist nicht, ob ein einzelnes Objekt plausibel aussieht. Domain-Typ, tatsächlicher Empfängertyp und anwendbarer Connector müssen zusammen denselben Zielort beschreiben.

Diagnose im lokalen Exchange

In einer Hybrid-Umgebung wird derselbe Empfänger auch lokal geprüft. Die Abfragen unterscheiden zwischen einem echten lokalen Postfach, einer RemoteMailbox und einem MailUser:

Get-Recipient -Identity $recipient |
    Format-List DisplayName,RecipientType,RecipientTypeDetails,
        PrimarySmtpAddress,EmailAddresses

Get-Mailbox -Identity $recipient -ErrorAction SilentlyContinue |
    Format-List RecipientTypeDetails,ServerName,Database,PrimarySmtpAddress

Get-RemoteMailbox -Identity $recipient -ErrorAction SilentlyContinue |
    Format-List RecipientTypeDetails,PrimarySmtpAddress,RemoteRoutingAddress

Get-MailUser -Identity $recipient -ErrorAction SilentlyContinue |
    Format-List RecipientTypeDetails,PrimarySmtpAddress,ExternalEmailAddress
Optionen erklärt
OptionWirkung
-Identity $recipientWählt das Objekt über Adresse, Alias oder Namen aus
-ErrorAction SilentlyContinueUnterdrückt die Fehlermeldung, wenn das Objekt im jeweiligen Typ nicht existiert; die Abfrage liefert dann schlicht kein Ergebnis

Für den Transportpfad werden Send- und Receive-Connectoren sowie die Tracking-Logs benötigt:

Get-SendConnector |
    Format-List Name,Enabled,AddressSpaces,DNSRoutingEnabled,SmartHosts,
        SourceTransportServers,CloudServicesMailEnabled,TlsDomain

Get-ReceiveConnector |
    Format-List Identity,Enabled,Bindings,RemoteIPRanges,PermissionGroups

$servers = Get-ExchangeServer |
    Where-Object { $_.IsMailboxServer -or $_.IsHubTransportServer }

$servers |
    Get-MessageTrackingLog `
        -Start $start `
        -End $end `
        -Recipients $recipient `
        -ResultSize Unlimited |
    Select-Object Timestamp,ServerHostname,ClientHostname,Source,EventId,
        ConnectorId,Sender,Recipients,MessageId,NetworkMessageId |
    Sort-Object Timestamp
Optionen erklärt
OptionWirkung
Where-Object { … }Beschränkt die Serverliste auf Mailbox- und Hub-Transport-Server, also die Rollen mit Tracking-Logs
-Start / -EndZeitfenster für die Log-Suche
-Recipients $recipientFiltert auf Tracking-Ereignisse mit dieser Empfängeradresse
-ResultSize UnlimitedHebt die Standardgrenze von 1000 zurückgegebenen Einträgen auf
Select-Object …Reduziert die Ausgabe auf die für die Pfadanalyse relevanten Felder
Sort-Object TimestampSortiert die Ereignisse aller Server chronologisch

Ein SEND zu Exchange Online, gefolgt von einem erneuten RECEIVE derselben Nachricht aus Exchange Online, macht die Rückgabe sichtbar. Mit MessageId und NetworkMessageId lässt sich vermeiden, verschiedene Testnachrichten miteinander zu verwechseln.

Die häufigsten Ursachen im Überblick

MusterTypische UrsacheBehebung
Unbekannte Empfänger pendeln zwischen zwei SystemenAccepted Domain steht auf InternalRelay, aber beide Seiten leiten unbekannte Empfänger weiterEindeutige Zuständigkeit definieren; bei vollständiger EXO-Zustellung Authoritative verwenden oder für Split-Domain einen einzigen abschliessenden Hop festlegen
EXO sendet zum lokalen Exchange, dieser sofort zurück zu EXOHybrid-Connector oder Centralized Mail Transport passt nicht mehr zur Mailbox-LokationHCW-Konfiguration und RouteAllMessagesViaOnPremises prüfen; veraltete Zentralroute deaktivieren oder lokale Empfängerauflösung korrigieren
Nachricht pendelt zwischen EXO und einem Security-, Signatur- oder VerschlüsselungsgatewayRückkehrende Nachrichten erfüllen erneut die AusgangsregelVom Gateway gesetzten Header beziehungsweise dokumentierten Loop-Prevention-Mechanismus als Ausnahme verwenden; Ein- und Ausgangsconnector eindeutig authentisieren
Nur ein Empfänger ist betroffenVeraltetes oder falsches targetAddress, falscher RemoteMailbox-Typ oder widersprüchliche Proxy-AdressenSource of Authority bestimmen, Empfängerobjekt dort korrigieren und synchronisieren
Nur weitergeleitete Nachrichten laufenTransportregel, Mailbox-Weiterleitung oder Inbox-Regel adressiert den ursprünglichen Pfad erneutRegel deaktivieren, Ziel korrigieren und eine belastbare Ausnahme definieren
Nur eine Subdomain oder Anwendung ist betroffenÜbergeordnete Domain deckt die Subdomain im erwarteten Connectorpfad nicht korrekt abSubdomain explizit als Accepted Domain und im passenden Send Connector konfigurieren
Alle Nachrichten laufen nach einer Gateway- oder DNS-ÄnderungSmart Host oder MX zeigt auf den Eingang des sendenden SystemsNext Hop korrigieren und DNS-, NAT- sowie Load-Balancer-Ziele getrennt prüfen

Ursache 1: Falscher Typ der Accepted Domain

Eine authoritative Domain bedeutet: Alle gültigen Empfänger dieser Domain sind in der Exchange-Organisation bekannt; unbekannte Empfänger werden abgewiesen. Eine Internal-Relay-Domain bedeutet: Ein Teil der Empfänger liegt in einem anderen System und muss über einen Send- oder Outbound-Connector weitergeleitet werden.

Die problematische Konstellation entsteht, wenn Exchange Online unbekannte Empfänger an ein lokales System sendet und dieses dieselbe Domain ebenfalls nicht abschliessend behandelt, sondern per MX oder Smart Host wieder an Exchange Online zurückgibt.

Get-AcceptedDomain -Identity contoso.com |
    Format-List DomainName,DomainType,MatchSubDomains
Optionen erklärt
OptionWirkung
-Identity contoso.comWählt die zu prüfende Accepted Domain aus
Format-List …Zeigt Domainname, Domain-Typ und Subdomain-Abdeckung als Liste

Wenn nach Abschluss einer Migration alle Empfänger in Exchange Online liegen, ist Authoritative meist der richtige Zielzustand:

# Erst nach vollständiger Empfänger- und Routingprüfung ausführen.
Set-AcceptedDomain -Identity contoso.com -DomainType Authoritative
Optionen erklärt
OptionWirkung
-Identity contoso.comDie zu ändernde Accepted Domain
-DomainType AuthoritativeSetzt die Domain auf authoritative: unbekannte Empfänger werden abgewiesen statt weitergeleitet

Bei einer echten Split-Domain darf InternalRelay korrekt sein. Dann braucht es jedoch einen klaren Connector zu dem System, das die verbleibenden Empfänger kennt. Dieses Ziel darf unbekannte Adressen nicht wieder an den Ausgangspunkt zurücksenden.

Ursache 2: Überlappende Hybrid-Connectoren und Centralized Mail Transport

Centralized Mail Transport leitet ausgehende Exchange-Online-Nachrichten bewusst über den lokalen Exchange. Das ist für bestimmte Compliance-Anforderungen sinnvoll, erzeugt aber zusätzliche Transportwege. Bleibt die Option nach einer Migration aktiv, obwohl das lokale System Nachrichten über den eigenen MX wieder an Exchange Online sendet, kann ein Kreis entstehen.

Get-OutboundConnector -IncludeTestModeConnectors |
    Format-Table Name,Enabled,ConnectorType,RouteAllMessagesViaOnPremises,
        RecipientDomains,SmartHosts,UseMXRecord -AutoSize
Optionen erklärt
OptionWirkung
-IncludeTestModeConnectorsNimmt auch Connectoren im Testmodus in die Ausgabe auf
Format-Table … -AutoSizeTabellenansicht der Routing-Eigenschaften mit Spaltenbreiten nach Inhalt

Mehrere Connectoren mit überlappendem Scope sollten ebenfalls geprüft werden. Microsoft empfiehlt für Hybrid-Mailflow einen dedizierten On-Premises-Connector; eine Reparatur über den Hybrid Configuration Wizard ist häufig sicherer als isolierte Einzeländerungen.

Wenn Centralized Mail Transport nachweislich nicht mehr benötigt wird, kann die Einstellung gezielt deaktiviert werden:

# Nur nach Prüfung der Compliance- und Gateway-Anforderungen.
Set-OutboundConnector `
    -Identity "Outbound to On-Premises" `
    -RouteAllMessagesViaOnPremises:$false
Optionen erklärt
OptionWirkung
-Identity "Outbound to On-Premises"Der zu ändernde Outbound-Connector
-RouteAllMessagesViaOnPremises:$falseDeaktiviert Centralized Mail Transport: ausgehende Nachrichten aus Exchange Online laufen nicht mehr über den lokalen Exchange

Ursache 3: Ein Gateway verarbeitet seine Rückläufer erneut

Bei einem In-and-out-Szenario sendet Exchange Online eine Nachricht zur Signatur, Verschlüsselung oder Archivierung an einen Zusatzdienst. Dieser gibt sie anschliessend an Exchange Online zurück. Die Ausgangsregel muss den Rückläufer erkennen; sonst wird er erneut zum Dienst geschickt.

Die Prüfung beginnt bei allen Regeln, die Connectoren auswählen, Empfänger umleiten oder Header auswerten:

Get-TransportRule |
    Sort-Object Priority |
    Format-List Name,State,Mode,Priority,FromScope,SentToScope,
        RedirectMessageTo,RouteMessageOutboundConnector,
        SetHeaderName,SetHeaderValue,ExceptIfHeaderContainsMessageHeader,
        ExceptIfHeaderContainsWords
Optionen erklärt
OptionWirkung
Sort-Object PrioritySortiert die Regeln in ihrer Auswertungsreihenfolge
Format-List …Zeigt die Eigenschaften, die Connectoren wählen, Empfänger umleiten oder Header setzen beziehungsweise als Ausnahme auswerten

Die konkrete Ausnahme muss der Dokumentation des Gateway-Herstellers folgen. Üblich ist ein vom Dienst gesetzter, nicht vom Internet vertrauenswürdig fälschbarer Header. Zusätzlich sollten Inbound-Connectoren den Dienst über Zertifikat oder feste Absender-IP identifizieren. Eine pauschale Ausnahme für alle «intern» erscheinenden Nachrichten ist zu breit.

Ursache 4: Empfängerobjekt und tatsächliche Mailbox liegen nicht am selben Ort

Ein Objekt kann in Exchange Online als MailUser erscheinen, obwohl das aktive Postfach lokal liegt. Das ist in einer synchronisierten Hybrid-Umgebung nicht automatisch ein Duplikat. Auch eine ExternalEmailAddress, die der primären SMTP-Adresse entspricht, beweist für sich allein noch keine Fehlkonfiguration.

Massgeblich ist die Kombination aller Abfragen:

  • Get-Mailbox lokal liefert ein Ergebnis: Das aktive Postfach liegt lokal.
  • Get-RemoteMailbox lokal liefert ein Ergebnis: Das verwaltete Ziel liegt in Exchange Online.
  • Get-EXOMailbox liefert ein Ergebnis: In der Cloud existiert ein echtes Postfach.
  • Get-EXORecipient liefert nur einen MailUser: Das Objekt ist ein Routingziel, keine Cloud-Mailbox.

Problematisch sind veraltete Objekte nach einer Migration, falsche Remote-Routing-Domains oder manuell gesetzte targetAddress-Werte, deren Domain über denselben Transportweg wieder zurückführt. Änderungen erfolgen am Source of Authority: In synchronisierten Umgebungen also mit Exchange-Managementwerkzeugen lokal und nicht durch direktes Editieren einzelner Attribute in Exchange Online.

Ursache 5: Weiterleitungen und Transportregeln bilden einen Kreis

Eine Regel kann von Adresse A nach B umleiten, während B über eine zweite Regel, eine Mailbox-Weiterleitung oder ein externes System wieder an A sendet. Solche Schleifen betreffen oft nur einzelne Empfänger oder Nachrichtentypen.

Get-TransportRule |
    Sort-Object Priority |
    Select-Object Name,State,Mode,Priority,RedirectMessageTo,
        BlindCopyTo,AddToRecipients,RouteMessageOutboundConnector

Get-Mailbox -ResultSize Unlimited |
    Select-Object DisplayName,PrimarySmtpAddress,
        ForwardingAddress,ForwardingSmtpAddress,DeliverToMailboxAndForward

Get-InboxRule -Mailbox user01@contoso.com |
    Select-Object Name,Enabled,Priority,ForwardTo,RedirectTo,ForwardAsAttachmentTo
Optionen erklärt
OptionWirkung
Sort-Object PrioritySortiert die Transportregeln in ihrer Auswertungsreihenfolge
-ResultSize UnlimitedHebt die Standardgrenze von 1000 zurückgegebenen Postfächern auf
-Mailbox user01@contoso.comPostfach, dessen Inbox-Regeln abgefragt werden
Select-Object …Reduziert die Ausgabe auf die Weiterleitungs- und Umleitungsziele

Die Behebung besteht nicht nur darin, eine Regel kurzfristig abzuschalten. Die vollständige Kette muss aufgelöst werden, und Regeln für externe Dienste benötigen eine Ausnahme, die bereits verarbeitete Nachrichten sicher erkennt.

Ursache 6: MX, Smart Host oder Subdomain zeigt zurück

Ein Gateway kann intern einen anderen Next Hop benötigen als externe Absender. Verwendet es für die Weiterleitung einfach den öffentlichen MX, zeigt dieser unter Umständen wieder auf das Gateway selbst. Dasselbe Problem entsteht, wenn ein Smart Host durch NAT oder Load Balancing auf den eigenen Listener zurückführt.

Resolve-DnsName -Type MX contoso.com
Resolve-DnsName -Type MX app.contoso.com

Get-SendConnector |
    Format-List Name,AddressSpaces,DNSRoutingEnabled,SmartHosts
Optionen erklärt
OptionWirkung
-Type MXFragt die MX-Records statt der Standard-A-Records ab
contoso.com / app.contoso.comAbzufragende Domain als Positionsargument (Parameter -Name)
Format-List …Zeigt pro Send Connector Adressräume, Routing-Modus und Smart Hosts

Subdomains verdienen eine eigene Prüfung. Microsoft dokumentiert Fälle, in denen eine Anwendungs-Subdomain explizit als Internal-Relay-Domain angelegt und zu den Edge-Systemen synchronisiert werden muss:

New-AcceptedDomain `
    -Name "app.contoso.com" `
    -DomainName app.contoso.com `
    -DomainType InternalRelay

Start-EdgeSynchronization
Optionen erklärt
OptionWirkung
-Name "app.contoso.com"Anzeigename des neuen Accepted-Domain-Objekts
-DomainName app.contoso.comDie SMTP-Domain, für die Exchange Nachrichten annimmt
-DomainType InternalRelayEin Teil der Empfänger liegt ausserhalb der Organisation; unbekannte Empfänger werden über einen Send Connector weitergeleitet statt abgewiesen

Diese Befehle sind kein universeller Fix. Sie passen nur, wenn app.contoso.com tatsächlich ausserhalb der Exchange-Organisation zugestellt wird und der Send Connector einen eindeutigen nächsten Hop besitzt.

Sicheres Vorgehen bei einer aktiven Schleife

Während der Störung sollte zuerst die Vervielfachung gestoppt werden. Je nach Architektur wird die auslösende Transportregel oder der spezifische Connector kontrolliert deaktiviert, oder das Gateway hält die betroffene Queue zurück. Vorher werden Konfiguration und Nachrichtenbeispiele exportiert.

Danach folgt ein Test mit genau einem Absender, einem Empfänger und einer eindeutig erkennbaren Betreffzeile. Die Nachricht wird über Header, Message Trace und lokale Tracking-Logs lückenlos verfolgt. Erst wenn sie am vorgesehenen Ziel endet, wird der Mailflow schrittweise wieder geöffnet.

Nicht empfehlenswert sind:

  • Hop-Limits erhöhen
  • mehrere Connectoren gleichzeitig ändern
  • Accepted Domains auf Verdacht zwischen Authoritative und InternalRelay umschalten
  • eine problematische Queue ungeprüft wiederholt einspeisen
  • synchronisierte Exchange-Attribute direkt in AD oder Exchange Online korrigieren
  • TLS-, IP- oder Zertifikatsprüfungen als vermeintlichen Schnellfix abschalten

Abschlusskontrolle

Nach der Korrektur sollte die Dokumentation für jede relevante Domain genau eine Aussage enthalten: Welches System kennt den Empfänger, welcher Connector ist anwendbar, und welcher Host ist der endgültige nächste Hop?

Die technische Abnahme umfasst mindestens:

  • externe und interne Testnachricht
  • unbekannter Empfänger derselben Domain
  • Empfänger auf jeder Seite einer echten Split-Domain
  • ausgehende Nachricht bei aktiviertem Gateway oder Centralized Mail Transport
  • Header ohne wiederkehrende Hop-Sequenz
  • Message Trace mit Delivered beziehungsweise erwarteter Übergabe
  • lokales Tracking ohne erneutes RECEIVE nach einem SEND zum selben Ziel
  • Connector-Validierung für alle weiterhin benötigten Connectoren

Ein behobener Mail-Loop ist erst dann abgeschlossen, wenn nicht nur die Testmail ankommt, sondern auch unbekannte Empfänger und alternative Mailflow-Pfade definiert enden. Genau dort liegen die meisten Rückfälle.

Quellen

  1. Microsoft Learn – Fix NDR error 5.4.6 or 5.4.14 in Exchange Online

    Bedeutung der Exchange-NDRs und typische Ursachen in Accepted Domains und Hybrid-Connectoren.

    https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/exchange/email-delivery/ndr/fix-error-code-5-4-6-through-5-4-20-in-exchange-online
  2. Microsoft Learn – Manage accepted domains in Exchange Online
  3. Microsoft Learn – Accepted domains in Exchange Server

    Zuständigkeit, Relay-Domains und Recipient Lookup im lokalen Exchange.

    https://learn.microsoft.com/en-us/exchange/mail-flow/accepted-domains/accepted-domains
  4. Microsoft Learn – Transport routing in Exchange hybrid deployments

    Erwartete Transportwege mit und ohne Centralized Mail Transport.

    https://learn.microsoft.com/en-us/exchange/transport-routing
  5. Microsoft Learn – Validate connectors in Exchange Online
  6. Microsoft Learn – Manage mail flow using a third-party cloud service
  7. Microsoft Learn – Mail flow rules in Exchange Online

    Verarbeitung, Priorität, Aktionen und Ausnahmen von Transportregeln.

    https://learn.microsoft.com/en-us/exchange/security-and-compliance/mail-flow-rules/mail-flow-rules
  8. Microsoft Learn – Get-MessageTraceV2
  9. Microsoft Learn – Search message tracking logs
  10. Microsoft Learn – Hop count exceeded for an on-premises application subdomain

    Dokumentiertes Subdomain-/EdgeSync-Szenario mit expliziter Internal-Relay-Domain.

    https://learn.microsoft.com/en-us/troubleshoot/exchange/mailflow/hop-count-exceeded-possible-mail-loop

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